Ein Produkt der KMU Forschung Austria

Branche Druckerei

Branchen des Sektors

Der folgende Bericht bezieht sich auf die Veröffentlichung des Jahres 2020 und soll Aufschluss über Struktur und Umfang der Branchendarstellung geben.

Branche auf einen Blick

Anzahl Unternehmen [2018]

832
-1,5% (Veränderung zum Vorjahr)

Anzahl Beschäftigte [2018]

10.273
-1,5% (Veränderung zum Vorjahr)

Umsatzerlöse [2018]

€ 1.805 Mio
-1,0% (Veränderung zum Vorjahr)

Bruttowertschöpfung [2018]

€ 686 Mio
-4,0% (Veränderung zum Vorjahr)
Anteil der Ein-Personen-Unternehmen an allen Unternehmen, 2018
29,6%
  • 0,6%

    Insolvenzquote 2018

    (in % der aktiven Unternehmen)
    ges. marktorientierte Wirschaft 1,1%
  • Konjunkturkennzahlen

    Fachverband Druck

    Anmerkungen: Gliederung nach Kammersystematik; 2020: Stand Anfang 2020
    Quelle: KMU Forschung Austria
    2019 (im Vergleich zu 2018) 2020 (im Vergleich zu 2019)
    Nominelle Umsatzentwicklung +2,8% Beurteilung der Geschäftslage befriedigend
    Verkaufspreise +0,8% Umsatzerwartungen +1,7%
    Preisbereinigte Umsatzentwicklung +2,0%

    Aktuelle Branchenthemen

    Covid19-Krise

    Innovationsgetriebene Branche

    Nachhaltigkeit und Green Packaging

    Dynamisches Publizieren

     

     

    Branche im Detail

    Branchenabgrenzung

    Branchendefinition: Diese Branche umfasst die Gruppe 18.1 (Herstellung von Druckereierzeugnissen) der ÖNACE 2008 und damit das Drucken von Erzeugnissen wie Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Geschäftsdrucksachen, Grußkarten usw. Sie beinhaltet auch Unterstützungstätigkeiten wie Buchbinderei, Klischeeherstellung und Data Imaging. Das Drucken kann mit unterschiedlichen Verfahren auf unterschiedliche Materialien erfolgen.

    Betriebstypen: Verlags- und Zeitungsdruckereien, Kleinst-, Klein-, Mittel- und Großbetriebe des Druckereigewerbes sowie gewerbliche und industrielle Druck- und Siebdruckunternehmen

    Druckereien werden nach Produkten unterschieden (z.B. Zeitungs-, Etiketten- oder Kalenderdruckerei, Verpackungsdruck, Dekordruck) oder nach eingesetzter Technik (z.B. Tiefdruck, Rollenoffset-, Bogenoffset-, Tampondruck, Sieb- oder Digitaldruckerei). Die Abgrenzungen sind jedoch nicht immer eindeutig, da Druckereien häufig mehrere Produktarten produzieren und verschiedene Drucktechniken einsetzen. Daneben gibt es stark spezialisierte Unternehmen, die ein sehr kleines Marktsegment bedienen (z.B. Sicherheitsdruck von Personalausweisen, Geldnoten und anderen fälschungsgefährdeten Produkten).

    Branchenstruktur

    Im Jahr 2018 boten die rd. 830 Druckereien fast 10.300 Personen einen Arbeitsplatz, wovon rd. 9.600 unselbstständig beschäftigt waren. Die durchschnittliche Unternehmensgröße lag damit bei etwa 12 Mitarbeiter*innen je Unternehmen. Die Betriebe erwirtschafteten insgesamt Umsatzerlöse in der Höhe von rd. € 1,81 Mrd.

    Anzahl der Unternehmen, Beschäftigten sowie Umsatzerlöse und Bruttowertschöpfung

    Quelle: Statistik Austria
    2014 2015 2016 2017 2018 VÄ 2017/18
    Anzahl Unternehmen 854 842 856 845 832 -1,5
    Anzahl Beschäftigte 11.260 11.024 11.037 10.429 10.273 -1,5
    davon: unselbstständig Beschäftigte 10.625 10.391 10.389 9.784 9.642 -1,5
    Ø Unternehmensgröße 13,2 13,1 12,9 12,3 12,3 0,0
    Umsatzerlöse in € Mio 1.852 1.864 1.901 1.823 1.805 -1,0
    Bruttowertschöpfung in € Mio 743 740 734 714 686 -4,0
    Beim Großteil der Unternehmen handelte es sich im Jahr 2018 um Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten (74 %). 1 % zählten zu den Großbetrieben mit 250 und mehr Beschäftigten. Der Anteil der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) an allen Unternehmen lag bei 29,6 % und damit unter jenem der gesamten marktorientierten Wirtschaft (37,8 %).

    Anteil der Unternehmen nach Beschäftigtengrößenklasse, 2018

    Konjunkturelle Entwicklungen

    Konjunkturkennzahlen

    Fachverband Druck

    Anmerkungen: Gliederung nach Kammersystematik; 2020: Stand Anfang 2020
    Quelle: KMU Forschung Austria
    2019 (im Vergleich zu 2018) 2020 (im Vergleich zu 2019)
    Nominelle Umsatzentwicklung +2,8% Beurteilung der Geschäftslage befriedigend
    Verkaufspreise +0,8% Umsatzerwartungen +1,7%
    Preisbereinigte Umsatzentwicklung +2,0%

    Rechtliche Neuerungen

    Vereinfachung der Regeln der Entwaldungsverordnung

    Vollständige Bezeichnung: Verordnung (EU) 2025/2650 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Dezember 2025 zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/1115 hinsichtlich bestimmter Verpflichtungen von Marktteilnehmern und Händlern

    Örtlicher Geltungsbereich: Europäische Union

    Status: In Kraft seit 26.12.2025

    Mit der neueren Verordnung wurde die Entwaldungsverordnung („EUDR“) vereinfacht, ohne deren Umweltziele zu ändern. Sie führt zwei neue Kategorien ein: „nachgelagerten Marktteilnehmer“ und „Kleinst- und Kleinprimärerzeuger“. Für nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler entfällt die Pflicht, selbst eine Sorgfaltspflichtenprüfung durchzuführen und für jedes Inverkehrbringen eine Sorgfaltserklärung im EUDR-IT-System abzugeben; sie müssen sich (soweit keine KMU) weiter im System registrieren, aber die Pflicht, die Referenznummern in der Lieferkette weiterzugeben, obliegt ausschließlich dem ersten nachgelagerten Marktteilnehmer oder Händler. 

    Kleinst- und Kleinprimärerzeuger in als „niedriges Risiko“ eingestuften Ländern, die eigene Rohstoffe produzieren und in der EU in Verkehr bringen oder ausführen, geben statt vieler Erklärungen einmalig eine vereinfachte Erklärung mit Angaben zu Betrieben, Flächen und Geolokalisierung ab oder bereitstellen diese Informationen durch ein alternatives System; daraus wird eine Identifikationsnummer generiert, die sie für alle betroffenen Produkte nutzen. 

    Betroffen sind nach wie vor Unternehmen entlang der Lieferketten für Rinder, Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk, Soja und Holz sowie für daraus hergestellte Produkte. Die Herstellung von Büchern, Zeitungen und Druckerzeugnissen wurde jedoch aus dem Geltungsbereich der Entwaldungsverordnung ausgenommen. 

    Der Anwendungsbeginn der EUDR wurde ebenfalls um ein Jahr verschoben: Für Klein- und Kleinstunternehmen gilt der 30.06.2027, für diejenigen davon, die unter die EU-Holzverordnung fallen, der 30.12.2026 und für alle weiteren Betriebe ebenfalls der 30.12.2026.

    Marktgeschehen

    Kunden

    Zu den wichtigsten Kundengruppen der Druckereien gehören Grafik- und Werbeagenturen, Buch-, Zeitschriften- und Zeitungsverlage, Fotografen, die Verpackungsindustrie sowie Privatpersonen (forciert durch Online-Printing).

    Trends

    Mitbewerb

    Brancheninterne Konkurrenzsituation

    Wettbewerbssituation

    Branchenfremde Konkurrenz

    Vorleistungen und Arbeitsmarkt

    Lieferanten

    Papierherstellung

    Druckmaschinenhersteller

    Personal

    Anzahl der Lehrlinge per Jahresende, Druck

    • Per Ende 2019 waren in Druckereibetrieben 192 Lehrlinge tätig, womit sich die Zahl der Lehrlinge seit 2016 nur minimal erhöht hat.
    • Für die Berufe Druckvorstufentechnik, Drucktechnik und Buchbinderei wird eine tendenziell sinkende Beschäftigung und für die Reprografie eine gleichbleibende Beschäftigungssituation bis 2022 prognostiziert (AMS-Qualifikationsbarometer, 2019).
    • Nachfrage nach sehr gut qualifizierten Arbeitskräften: hoch qualifizierte Pre-Press-Mitarbeiter, welche z. B. Daten reparieren bevor sie in Druck gehen, wichtig
    • Per Ende 2019 waren in Druckereibetrieben 192 Lehrlinge tätig, womit sich die Zahl der Lehrlinge seit 2016 nur minimal erhöht hat.

    Fremdleistungen

    Die Fremdleistungen in Druckereien betrugen 2017/18 durchschnittlich 10,9 % der Betriebsleistung. Dieser hohe Anteil zeigt, dass die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in dieser Branche eine bedeutende Rolle spielt. Im Vergleich zu 2008/09 hat sich der Fremdleistungsanteil um 0,7 %-Punkte erhöht. (Quelle: KMU Forschung Austria, Bilanzdatenbank)

    Technologische Entwicklungen

    Druckerei 4.0

    Offsetdruck

    Digitaldruck

    3D-Druck

    Nanografie

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